Sprossen sind GESUND!

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Sprossen kennt eigentlich jeder. Zumindest Sojasprossen sind aus der Salatbar im Supermarkt oder aus Gerichten im asiatischen Restaurant gar nicht mehr wegzudenken. Doch es gibt noch viel mehr Sorten, denn Sprossen können aus den verschiedensten Samen gezogen werden. Sprossen sind quasi zum Leben erweckte Samen in Form einer Baby-Pflanze. Der Samen enthält alle notwendigen Nährstoffe & Informationen, die die Pflanze für ihre Entwicklung braucht. Und aus biologischer Sicht ist die Sprosse das erste Wachstumsstadium einer Pflanze, das mit der Samenkeimung beginnt. 

Sojasprossen werden übrigens meist aus der Mungbohne gezogen. Die Mungbohne ist nämlich eine Verwandte der Sojabohne und lässt sich ganz einfach zu Sprossen ziehen. 

Wie keimt ein Samen überhaupt?

Um zu keimen, muss der Samen zunächst in Wasser eingeweicht werden. Das Wasser dringt dann durch die Keimpore in den Samen ein, der sich mit Wasser vollsaugt und seine Schutzhülle sprengt. Die jetzt freigesetzten Enzyme des Samens lassen ihn sprießen. Enzyme sind Proteine und spielen eine entscheidende Rolle im Wachstum vom Samen zur Sprosse: sie ermöglichen die Aufspaltung von Nährstoffen. Sie spalten Mehrfachzucker zu Zweifach- und Einfachzucker, Fetten zu essentiellen Fettsäuren, Proteine  zu Aminosäuren. Durch diese Umwandlung liegen die Nährstoffe in einer einfach aufnehmbaren Form mit hoher Bioverfügbarkeit vor. Je weiter die Keimung fortschreitet, desto mehr Nährstoffe werden umgewandelt und neu gebildet. Außerdem werden Hemmstoffe, die den Samen vor Umweltschädlingen geschützt haben abgebaut. Dieser Abbau von Hemmstoffen macht Sprossen übrigens so bekömmlich! 

Und nach ein paar Tagen ist die Sprosse erntereif.

Sprossen sind Superfoods!

Superfoods sind "Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, die aufgrund ihres Nährstoffgehaltes einen höheren gesundheitlichen Nutzen als andere Nahrungsmittel haben." (Europäisches Informationszentrum für Lebensmittel) Superfoods sind reine Naturerzeugnisse, die nicht industriell weiterverarbeitet wurden. Nicht zuletzt deswegen enthalten sie so viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und andere gesundheitsfördernde Stoffe. Viele denken bei Superfoods an exotisch anmutende Lebensmittel, wie Algen, Chiasamen, Granatäpfel oder Matcha. Aber eigentlich sind ganz viele altbekannte pflanzliche Nahrungsmittel Superfoods: Beeren, Nüsse und Sprossen eben auch.

Proteingehalt von Sprossen.

Sprossen enthalten Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate und zusätzlich eine Menge Vitamin, Mineralstoffe und Spurenelemente. Sprossen aus Hülsenfrüchten, wie Linsen, Kichererbsen und Mungbohnen sind eine hervorragende Eiweißquelle. Sie enthalten viel wertvolles pflanzliches Protein. 

Brokkolissprossen gegen Krebs?

Die Krebsforschung interessiert sich derweil besonders für Brokkolisprossen. Diese enthalten nämlich Sulforaphan, einen sekundären Pflanzenstoff besser bekannt als Senföl. Sulforaphan ist ein starkes Antioxidanz, dass körpereigene Entgiftungsenzyme aktiviert. Diese Entgiftungsenzyme aus der Leber neutralisieren krebserregende freie Radikale so, dass sie keine Zellschäden mehr verursachen können. Diverse Studien zeigen außerdem, dass Sulforaphan nicht nur freie Radikale, sondern auch Krebszellen direkt bekämpft, indem es ihre Teilung verhindert. In der Krebstherapie wird der Ernährung eine immer stärker wachsende Rolle zugesprochen, da Pflanzenstoffe wie z.B. das Sulforaphan die Wirksamkeit der Tumortherapien unterstützen können. 

Sprossen sind in vielerlei Hinsicht einfach genial.

  • Die Nährstoffdichte von Sprossen ist enorm - sie ist sogar noch höher als in der ausgewachsenen Pflanze. In Brokkoli-Sprossen befindet sich 10- bis 100mal mehr Sulforaphan als in Brokkoli-Gemüse. Anders: Ein Löffel mit Brokkoli-Sprossen enthält genau so viel Sulforaphan wie 500 Gramm Brokkoli-Gemüse.

  • Sprossen verfügen über eine Vielzahl von Vitaminen. Diese liegen in Sprossen außerdem bereits im natürlichen Verbund mit Enzymen vor, was es für unseren Verdauungstrakt leichter macht, die Vitamine zu absorbieren.

  • Die bereits aktivierten Enzyme in Sprossen sparen deinem Körper also Verdauungsarbeit. Nicht nur die Vitamine, auch die Energie aus den Sprossen steht dem Körper schnell zur Verfügung.

  • Weil Sprossen außerdem viel Wasser und Ballaststoffe enthalten unterstützen sie die Verdauung gleich noch mehr.

  • Sprossen enthalten außerdem essentielle Mineralstoffe und Spurenelemente, die wir für zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigen. Dazu zählen z.B. Eisen, Kalzium, Kalium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Natrium, Phosphor und Zink.  

  • Sprossen tragen den Geschmack ihrer ausgewachsenen Pflanze bereits in sich - süßlich, nussig oder scharf. Sie sind lecker und vielfältig!

  • Sprossenziehen ist leicht, kostengünstig und du weißt genau, was drin ist!

Kann man Sprossen roh essen?

Es gibt Ausnahmen. Sprossen aus Hülsenfrüchten, wie Bohnen, Erbsen oder Linsen enthalten Lektine. Lektine dienen der Pflanze als Abwehrstoff. Diese Glykoproteine heften sich an verschiedene Körperzellen und befeuern Entzündungsreaktionen. Kleben sie unseren Darmzellen, machen sie diese durchlässiger für Toxine (Leaky-Gut Syndrome). Hitze zerstört die Lektine, deswegen sollten Bohnensprossen immer kurz blanchiert oder gedünstet werden. Ausnahme sind Mungbohnen- oder Adzukibohnensprossen, die roh gegessen werden können. 

Gekauft oder selbst gekeimt: Sprossen werden am besten direkt frisch gegessen. Bei max. 3-5° können Sprossen im Kühlschrank luftdicht verpackt für 2-4 Tage aufbewahrt werden. Wichtig: Die Sprossen vorher waschen und gut abtropfen lassen, da überschüssiges Wasser den Verfall beschleunigt. Und vorm Essen dann nochmal durchspülen.

Außerdem solltest Du auf Folgendes achten: 

  • Verwende ausschließlich Bio-Keimsaaten. 

  • Die Sprossen sollten vor dem Verzehr immer gründlich gewaschen werden.

  • Bei empfindlicher Verdauung kann es sinnvoll sein, alle Sprossen vor dem Verzehr kurz zu blanchieren oder dünsten.

  • Vor allem der Schwangerschaft solltest Du auf gekaufte Sprossen besser verzichten, da diese oft Tage vor dem Verkauf abgepackt wurden und sich im feuchten Milieu leicht Keime bilden können. 

Sprossen im Keimglas ziehen.

Das Keimglas mit Siebdeckel ist der Klassiker und die einfachste Variante für alle, die das Sprossen ziehen einmal ausprobieren wollen. Fertige Keimgläser gibt es in jedem Bio-Supermarkt. Wichtig ist, die Gläser vorher zu sterilisieren! Und dann kann es eigentlich schon losgehen: Du spülst die Samen unter kaltem Wasser gut durch und füllst sie ins Glas. Am besten nur zu 1/4 füllen, da sich das Volumen in den nächsten Tagen vergrößert und die Sprossen Luft mögen. Dann füllst du das Glas mit Wasser auf, um die Sprossen einweichen zu lassen. Die Einweichdauer variiert je nach Samen – dafür immer auf die Verpackung schauen. Anschließend das Einweichwasser ausgießen und die Samen so lange mit kaltem Wasser durchspülen, bis das Wasser klar ist. Das Sprossenglas umgekehrt hinstellen, damit das überschüssige Wasser abtropfen kann. Nach dem Abtropfen kannst Du das Sprossenglas für eine bessere Luftzirkulation seitlich lagern. Voilà! Der Keimprozess hat begonnen. Nun spülst Du das Keimglas morgens und abends einmal durch und lässt es abtropfen. Diesen Prozess wiederholst Du je nach Sprossenart für 1-6 Tage. Dann ernten und genießen.

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